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The Technomancer

Mad Max: Fury Road auf dem Mars. Mit Wassermangel, Maskenmännern und ohne explodierende Fahrzeuge. Kurzum: Mad Mars.

"The Technomancer ist ein Sci-Fi Action-RPG, das in den terraformierten tropischen Dünen eines postapokalyptischen Roten Planeten spielt. Euch erwarten dynamische actionlastige Kämpfe, 4 Fähigkeitsbäume, 3 verschiedene Kampfstile sowie die zerstörerischen Elektrokräfte des Technomancer.", heißt es vollmundig auf der offiziellen Webseite zum Spiel. Außerdem werden eine gute Story und ein dynamisches Dialogsystem ala Mass Effect in Aussicht gestellt. Und obwohl ich weiß, wie viel man eigentlich auf rundgelutschte Pressetexte geben sollte, hatten mich die Entwickler damit.

Die Geschichte

The Technomancer spielt in einer relativ weit entfernten Zukunft, 200 Jahre nachdem die Menschheit den Mars besiedelt hat. Der Spieler übernimmt die Rolle von Zachariah Mancer, einem Mitglied des namensgebenden Technomancer Ordens. Als solcher kann Zachariah mithilfe seiner Mutation Elektrizität beeinflussen. Bereits relativ früh im Spiel findet man sich jedoch auf der Flucht vor einem der mächtigsten Unternehmen und man bekommt nach und nach einen bunt zusammen gewürfelten Haufen aus Begleitern zur Seite gestellt, die einem dabei helfen, das eigene Schicksal und das des gesamten Mars mitzugestalten. Die Geschichte ist gut erzählt (und optisch stimmig in Szene gesetzt) und kommt mit einem netten Nebenstrang, Hintergrundinfos (zum Protagonisten und den Begleitern) und einem stimmigen Ende daher. Allerdings ist die Synchronisation manchmal unpassend (Ausdruck, Lautstärke) und fällt daher negativ auf.

Das Gameplay

Den Vergleich zu Mass Effect hält das Dialogsystem zwar nicht stand, aber die Anzahl, Aufmachung und die sich teilweise auf die Handlung auswirkenden Entscheidungen sind solide umgesetzt. Wie eingangs bereits erwähnt, bietet The Technomancer eine Vielzahl an Fähigkeiten und Verbesserungen. Diese können nach jedem Levelanstieg einfach verteilt werden. Genauso verhält es sich bei den Attributen (Kraft, Stärke, Agilität etc.), hier bekommt man allerdings nicht bei jedem Anstieg verteilbare Punkte. Und hier kommt der erste Wermutstropfen: irgendwann (es müsste so um Level 35 herum gewesen sein) bleiben die Punkte, mit denen man die Attribute verbessern kann aus. Das ist zwar ziemlich lästig, da man so nicht alle Kampfstile zur Gänze ausprobieren kann, tut aber dem weiteren Spielverlauf meiner Meinung nach keinen Abbruch.

Was sich allerdings als echte Herausforderung entpuppte, war der Schwierigkeitsgrad (der mittlerweile durch einen Patch angepasst wurde). The Technomancer ist zwar kein Dark Souls, bringt aber selbst auf „Normal“ einen durchschnittlichen Spieler zum Schwitzen. Mein Tipp: wenn man immer wieder am gleichen Gegnermob scheitert und an seiner Spielerexistenz zu zweifeln beginnt - den Schwierigkeitsgrad einfach auf „Leicht“ stellen. Das ist keine Schande und bietet immer noch genügend Adrenalinmomente und Gegner, die einen mit ein paar Treffern auf die sandigen Bretter des Mars schicken. Die Ladezeiten sind vertretbar und die Respawnzeiten der Gegner ermöglichen ein fast ungestörtes Abarbeiten der Haupt- und Nebenaufgaben.

Fazit

Das französische Entwicklerstudio Spiders, die sich bereits für den inoffiziellen Vorgänger Mars: War Logs verantwortlich zeigten, haben mit The Technomancer bewiesen, dass sie aus vergangenen Fehlern gelernt haben. The Technomancer ist zwar nicht perfekt, wird aber jedem Sci-Fi Action-RPG Fan Freude bereiten. Man kann sich nur wünschen, dass die Verkaufszahlen die Entwickler zu einer Fortsetzung „nötigen“.

TL;DR - Viele der Versprechen wurden eingehalten und ich habe mich - trotz einiger Schwächen rund 35 Stunden gut unterhalten gefühlt.

Daten

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2016
  • Plattformen: PC, PS4, Xbox One
  • Entwickler: Spiders
  • Publisher: Focus Home Interactive
  • Genre: Action-RPG
  • Webseite: http://thetechnomancer-game.com

Pedro ist irgendwas Mitte dreißig und Geschäftsführer / Designer bei ticktoo Systems im schönen Bamberg. Darüber hinaus frönt er seinen Leidenschaften, von denen er hin und wieder hier berichtet. Du erreichst ihn per E-Mail unter me@antidot.org.

17.07.2016

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