ANTIDOT | Eine Form von Heimat.

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Firewatch

Firewatch ist eine wunderschöne und meisterhaft erzählte Geschichte, die einen in die abgelegenen Wälder des Shoshone National Forest des Jahres 1989 versetzt.

Um eines von vornherein klarzustellen: Firewatch ist kein aufregendes Spiel. Zumindest nicht in dem Sinne, dass man hinter jedem Busch einen Jumpscare erwartet, sich gebetsmühlenartig durch Dialogbäume arbeiten oder wie wahnsinnig während unzähliger Quicktime-Events auf die Tastatur hämmern muss.

Nein.

Firewatch ist einfach ein schönes Spiel: schön in seiner Präsentation, in seiner Traurigkeit und in seinem Tempo.

Doch der Reihe nach.

Alles beginnt im Jahr 1975, in dem der Spieler - Henry - zunächst seine zukünftige Frau, Julia trifft. In einer Reihe von textgeführten Rückblenden erfährt man, wie beide zusammenkommen, heiraten und schließlich die Probleme ihren Lauf nehmen. Diese enden mit Henrys Ankunft in der Wildnis von Wyoming, wo er von seinem Truck zu einem entfernten Aussichtsturm wandert, in dem er seinen Sommer verbringen möchte.

Was danach folgt, ist ein kurzweiliges und spannendes Abenteuer. Kurzweilig deshalb, weil die Spieldauer auch bei ausgiebigen Erkundungen der Spielwelt selten über fünf Stunden liegen dürfte. Davon ist jedoch jede Minute - so empfand ich es zumindest - den momentanen Verkaufspreis von rund 20 Euro wert.

Erfrischend fand ich die Charaktere. Diese befinden sich jenseits der 40 und haben somit das klassische „ich bin jung und alles ist möglich“ Alter bereits hinter sich gelassen. Das merkt man auch den Dialogen an. Diese zeigen sich erstaunlich erwachsen und werden von den jeweiligen Sprechern überzeugend dargestellt.

Ebenfalls überzeugend ist die wunderschöne grafische Umsetzung des Spiels und der großartige Soundtrack von Chris Remo.

Ein, wenn auch kleiner Wermutstropfen stellt das Ende dar. Dieses kam für mich ein wenig überraschend. Hier hätte man vielleicht noch eine Schippe der sonst makellosen Erzählkunst nachlegen können.

Dennoch. Und hier wiederhole ich mich gerne: Firewatch ist einfach ein schönes Spiel.

Firewatch bei Steam

Pedro ist irgendwas Mitte dreißig und Geschäftsführer / Designer bei ticktoo Systems im schönen Bamberg. Darüber hinaus frönt er seinen Leidenschaften, von denen er hin und wieder hier berichtet. Du erreichst ihn per E-Mail unter me@antidot.org.

04.03.2016

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